„Schlägt die Nachtigall am Tag“
Buchvorstellung von und mit der Autorin Marion Tauschwitz.
Am 9. Februar 2012 um 19.30 Uhr in der Kulturscheune hatte der Viernheimer Hospizverein e.V. zu der Buchvorstellung „Schlägt die Nachtigall am Tag“ von und mit der Autorin Marion Tauschwitz ein und zahlreiche interessierte Zuhörer trotzten der kalten Witterung um ihrer autobiografischen Ausführungen zu lauschen. Marion Tauschwitz, enge Mitarbeiterin und Vertraute der bekannten Dichterin Hilde Domin aus Heidelberg, und selbst Herausgeberin und Autorin, schildert in der Novelle „Schlägt die Nachtigall am Tag“ eindrucksvoll ihre eigenen Erfahrungen bezüglich des Verlustes ihres Mannes. Plötzlich und unerwartet steht sie als junge Mutter von zwei Jungen, die erst drei und fünf Jahre alt waren, allein und verlassen in der Welt, konfrontiert mit der unsäglichen Trauer einerseits und der kalten Realität des Alltages andererseits. So beschreibt sie in ihrem Buch, wie sie das Trauerjahr er- und durchlebt hatte. »Paß auf, was Du Dir wünschst. Es könnte in Erfüllung gehen.« „Ein glückliches, junges Paar mit seinen beiden Kindern. Als der Mann urplötzlich stirbt, bricht eine Welt zusammen. So stark die Mutter nach außen auch ist, sein muss, so zerstört ist sie im Inneren. Sie kann den Tod des Mannes nicht akzeptieren und sehnt ihn mit jeder Faser ihres Wesens herbei – bis er eines Abends an ihrem Bett sitzt.“ Es beginnt ein dramatischer Verlauf für sie und ihre Familie, und es scheint, als wäre dieser nicht mehr aufzuhalten. „Im Kampf der Visionen gegen die Realität beginnt die Auseinandersetzung von Tod und Leben, Ideal und Wirklichkeit, Vergangenheit und Zukunft. Ein sehr persönliches und zugleich sehr realistisches Buch, das auf eigenen Erfahrungen beruht und den Themen Tod und Abschied mit poetischen Mitteln begegnet.“ erklärt Marion Tauschwitz. Heute, zwanzig Jahre nach diesem traumatischen Erlebnis, zieht sie persönlich Bilanz hinsichtlich des eigenen Umganges mit dem Tod. Sie gibt zu, dass sie für sich aber auch für ihre eigenen Kinder, vielmehr Trauer hätte leben und auch zeigen müssen. Die Besucher dieser sehr beeindruckenden Buchvorstellung konnten als Fazit die Erkenntnis mit nach Hause nehmen, dass es sinnvoll und wichtig ist, Trauer zu leben und zuzulassen, den geliebten Menschen nicht zu vergessen aber loszulassen um dann selbst wieder den Weg ins Leben zu finden. Und genau dazu möchten auch die Ehrenamtlichen des Hospizvereines immer wieder ermutigen und unterstützend in solchen schweren Momenten zur Seite stehen. Ein sehr gelungenes Werk, traurig und berührend aber auch teilweise heiter und amüsant geschrieben.
Von: Christine Walch, 2. Vorsitzende, Hospizverein Viernheim e.V.




























